vita

 

Alte Heimat 

 

 


Zurück aus dem Schacht
er stippt Brot
in Himmel und Erde

Hohe Düne.
Wo der Schlagbaum war
in den Wind brüllen



Mit Großvater
noch einmal Hasenbrot geteilt 
vergangene Nacht

Rüben verziehen –
der Schatten der Bäuerin
hält sich den Rücken



Abrissviertel

auf einem Balkon
Geranienrot



verfallende Häuser –
ihre Schatten
makellos 




Winternachmittag –
beim guten Geschirr
die alte Fahne



Weiße Nächte                                                                  sie verkauft Piroggen
vor dem Winterpalais
 


Der Milchladen von einst –
in den Spuren
erster Schnee                                                                   



Alte Heimat –
bachaufwärts
von der Brücke spucken

 

Einladung zum Tee ...
wieder holt sie das Foto
von der Kredenz





das gesichtd
es clowns
nach der vorstellung

Alte Dorfschule ...
die Stufen hinauf
wachsen Birken





schalmeienklang —
unwillkürlich
steht sie gerade




kerzenlicht ...
im marmor der anrichte
feine kerben





nasser asphalt
im rückspiegel

nur die eigene wagenspur



Nach Hause fahren ...

In den Gassen noch der Ruf

des Scherenschleifers



 

beim öffnen der truhe großmutters duft

fort die taube
noch wippt
der ast



nach dem kopfsprung
die stille
unter wasser

ein tropfen
lässt den himmel

sich kräuseln


 

 

 

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